Bad Wörishofen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
48.00277777777810.5925630Koordinaten: 48° 0′ N, 10° 36′ O | ||
| Basisdaten | ||
Bundesland: | Bayern | |
Regierungsbezirk: | Schwaben | |
Landkreis: | Unterallgäu | |
Höhe: | 630 m ü. NHN | |
Fläche: | 57,79 km2 | |
| Einwohner: | 15.922 (31. Dez. 2017)[1] | |
Bevölkerungsdichte: | 275 Einwohner je km2 | |
Postleitzahl: | 86825 | |
Vorwahl: | 08247 | |
Kfz-Kennzeichen: | MN | |
Gemeindeschlüssel: | 09 7 78 116 | |
| Stadtgliederung: | 12 Gemeindeteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Bgm.-Ledermann-Straße 1 86825 Bad Wörishofen | |
Website: | ||
Bürgermeister: | Paul Gruschka (FWV) | |
| Lage der Stadt Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu | ||
![]() | ||
Luitpold-Leusser-Platz mit Kurhaus
Bad Wörishofen (bis 1920: Wörishofen) ist ein Kneippkurort und die größte Stadt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu sowie eine von 13 leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern. Sebastian Kneipp wirkte im 19. Jahrhundert in Bad Wörishofen als Pfarrer und verbreitete von hier aus seine als naturheilkundlicher Laienheiler erlangten Erkenntnisse von der heilenden Kraft des Wassers, der Grundlage der Kneipp-Kur.
Inhaltsverzeichnis
1 Geografie
1.1 Ausdehnung des Stadtgebietes
2 Geschichte
2.1 Frühgeschichte und Antike
2.2 Mittelalter
2.3 Neuzeit
2.4 20. und 21. Jahrhundert
2.5 Eingemeindungen
2.6 Einwohnerentwicklung
3 Politik
3.1 Bürgermeister
3.2 Stadtrat
3.3 Wappen
3.4 Flagge
3.5 Städtepartnerschaften
4 Kultur und Sehenswürdigkeiten
4.1 Museen
4.2 Kirchen
4.3 Sportanlagen
4.4 Baudenkmäler
4.5 Schulen
4.6 Gedenkstätten
5 Verkehrsanbindung
6 Persönlichkeiten
6.1 Söhne und Töchter der Stadt
6.2 Persönlichkeiten, die mit Bad Wörishofen verbunden sind
7 Literatur
8 Weblinks
9 Einzelnachweise
Geografie |
Bad Wörishofen liegt in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben, etwa 80 Kilometer westlich von München und 35 Kilometer östlich von Memmingen am Wörthbach, einem Nebenflüsschen der Mindel.
Ausdehnung des Stadtgebietes |
Ortsteil Kirchdorf
Zur Stadt Bad Wörishofen gehören die Orte Bad Wörishofen, Dorschhausen, Frankenhofen, Hartenthal, Kirchdorf, Oberes Hart, Obergammenried, Schlingen, Schöneschach, Stockheim, Unteres Hart und Untergammenried.[2]
Geschichte |
Frühgeschichte und Antike |
Im Ortsgebiet gefundene Basaltwerkzeuge sowie 1959 in Hartenthal gefundene Steinwerkzeuge aus Jurahornstein belegen eine Besiedelung des Gebietes bis zurück in die Mittelsteinzeit – entsprechende Funde gibt es aus dem ganzen südlichen Schwaben. Weitere Funde zwischen Stockheim und Bad Wörishofen umfassen ein jungsteinzeitliches Steinbeil sowie Gräberfelder der Hallstattzeit am sogenannten Jaudesbühel bei Bad Wörishofen. Funde aus keltischer Zeit sind nicht belegt; aus römischer Zeit sind es zwei Münzfunde sowie die Grundmauern eines römischen Wachturms bei Schlingen.
Mittelalter |
Ortsnamen wie Irsingen und Schlingen belegen, dass das Gebiet Ende des 5. Jahrhunderts von den Alemannen in Besitz genommen und besiedelt wurde. In Schlingen wurden aus dieser Zeit Reihengräber mit gut erhaltenen Skeletten und Beigaben gefunden.
Der Ort ist im Juni 1067 als Herrschaft „Werenshova“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet „beim Hof oder den Höfen des Werin“. Er könnte die erste Nennung des Edelgeschlechts der Werinhere, spätere Grafen von Schwabegg, sein. Zu dieser Zeit gehörte der einst freie Ort schon zum Bistum Augsburg. 1243 vermachte Christina von Fronhofen den Ort dem Dominikanerorden mit Auflage, ihn zu einer Klostergründung zu verwenden. Die Dominikaner gaben den Ort an das eben gegründete Augsburger Kloster St. Katharina, als dessen Stifterin Christina verehrt wird. Das Kloster kaufte im Lauf der folgenden Jahrzehnte weitere Besitzungen der Gegend und richtete im 15. Jahrhundert ein Amt ein, dessen Ammann damit auch Richter der Herrschaft Wörishofen wurde. Zum Klosteramt gehörten die Weiler Schmiechen, Ober- und Untergammenried sowie Hartenthal und das um 1450 gegründete Schöneschach.
Neuzeit |
Auf päpstliche Anordnung zur Einhaltung der Ordensregeln ließen die Augsburger Dominikanerinnen von 1719 bis 1721 unter Leitung des Baumeisters Franz Beer das Kloster Wörishofen als Tochterkloster erbauen. 1723 wurde dem Tochterkloster die Herrschaft Wörishofen zunächst übertragen, aber schon 1725 gingen die Einkünfte aus hoher und niederer Gerichtsbarkeit, Wald und Einzug der Steuergelder wieder nach Augsburg. Erst 1773 gingen die Rechte gegen ein jährliches Bestandsgeld wieder an das Kloster Wörishofen.
Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster am 29. November 1802 aufgehoben. 1804 wurden Wörishofen und seine fünf Weiler in das Landgericht Türkheim eingegliedert und 1808 bis 1818 die Gemeinde Wörishofen gebildet. Die zum Kloster gehörigen Liegenschaften wurden vom Staat verkauft. Das ehemalige Amtshaus im Schlößl kaufte die Gemeinde und riss es 1829 zugunsten eines Schulhauses ab.
20. und 21. Jahrhundert |
Brunnen am Kurpark, Pfarrer Sebastian Kneipp zum 76. Geburtstag gewidmet
Therme Bad Wörishofen im Mai 2004
Das gemächliche Leben im Ort änderte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Schon bevor Sebastian Kneipp im Jahr 1881 Pfarrer von St. Justina wurde, stellten sich Kurgäste in Wörishofen ein. 1886 erschien Kneipps Buch Meine Wasserkur und begründete einen zunehmenden Zustrom von Kurgästen. Um 1889 begann der reguläre Kurbetrieb unter der Leitung von Pfarrer Sebastian Kneipp. Er war am 2. Mai 1855 als Beichtvater für das Dominikanerinnenkloster hierhergekommen. Seine Therapie, mit Wasser allerlei Leiden zu lindern, zog Reiche und Gesundheitsbewusste in das Dorf, die Heilung suchten. Wörishofen zählte 1886 183 Häuser mit 1030 Einwohnern. Zwischen 1891 und 1896 entstanden in einem Bauboom über 120 neue Gebäude, vor allem Hotels und Pensionen. Anfang der 1890er Jahre wurde eine neue Wasserleitung gebaut, 1895 ein neuer Friedhof angelegt. 1896 wurde die Bahnstrecke Türkheim–Bad Wörishofen in Betrieb genommen. 1905 wurde an der Stelle des abgebrannten Museum artis ein Spielcasino errichtet, das 1906 eröffnet wurde. Vor dem Ersten Weltkrieg zählte Wörishofen bereits über 10.000 Kurgäste pro Jahr.
Der Kurbetrieb ging während des Ersten Weltkriegs stark zurück, die Hotels und Kurkliniken wurden als Lazarette genutzt. Die Gästezahlen stiegen aber ab 1918 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wieder Jahr für Jahr an.
Am 6. März 1920 erhielt Wörishofen das Prädikat „Bad“.[3]
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kurstadt abermals zur Lazarettstadt, ab 1945 gehörte Bad Wörishofen zur Amerikanischen Besatzungszone und wurde zur Flüchtlingsstadt. Die amerikanische Militärverwaltung richtete zur Unterbringung von „Displaced Persons“ (DP) ein DP-Lager ein. Die meisten von ihnen stammten aus Litauen. Das Lager wurde von der UNRRA betreut und hatte sein eigenes von der UNRRA herausgegebenes Zahlungsmittel. Daneben wurden der Stadt aufgrund der vielen Gästebetten viele Kriegsflüchtlinge zugewiesen. In der Nachkriegszeit beherbergte die Stadt 5036 Einwohner und 5231 Flüchtlinge.
Im Jahr 1949 folgte die Erhebung zur Stadt. Mit dem Freiwerden der Hotels und Pensionen stieg auch der Kurbetrieb in der Stadt wieder an und bescherte der Stadt einen erneuten Bauboom. Gäste- und Übernachtungszahlen steigerten sich von 1955 mit 39.000 Gästen und 719.000 Übernachtungen auf 69.000 Gäste und 1,44 Millionen Übernachtungen im Jahr 1975.[4]
Von den Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen, unter anderem mit Einschränkungen von Kuren, in den 1990er Jahren blieb die Stadt nicht verschont. Die jährlich bis zu 1,5 Millionen Übernachtungen sackten im Jahr 2003 auf die Zahl von 800.000 ab. Viele Kurbetriebe und Pensionen mussten schließen.
Argwöhnisch von der Bevölkerung beäugt wurden Pläne zum Bau eines neuen Thermalbades an der Schwelle zum 21. Jahrhundert. Man befürchtete eine Verwässerung der inzwischen von den Einheimischen längst geschätzten Kneippschen Lehre. Unterdessen ist die im Mai 2004 eröffnete Therme mit Südsee-Flair und Saunawelt ein Anziehungspunkt Bad Wörishofens geworden.[5]
Eingemeindungen |
Mit der Ernennung zur Stadt im Jahr 1949 wurden die Ortsteile Hartenthal, Oberes und Unteres Hart, Ober- und Untergammenried und Schöneschach eingemeindet.
Am 1. Juli 1972 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die bis dahin selbstständige Gemeinde Schlingen eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1977 kam Kirchdorf hinzu. Dorschhausen und Stockheim folgten am 1. Mai 1978.[6] Bad Wörishofen ist damit die einwohnerstärkste Gemeinde im Landkreis Unterallgäu.
Einwohnerentwicklung |
Bad Wörishofen wuchs von 1988 bis 2008 um 1.626 Einwohner bzw. um ca. 13 %. Seit 2012 ist die Einwohnerzahl massiv angestiegen.
Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf die heutige Gemeindefläche (Stand: 1978).
| Bevölkerungsentwicklung | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1840 | 1900 | 1939 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 1988 | 1991 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 |
| Einwohner | 2.205 | 3.997 | 6.030 | 9.514 | 9.641 | 11.327 | 12.195 | 12.312 | 13.115 | 13.592 | 13.511 | 13.956 | 14.105 | 15.446 |
Politik |
Bürgermeister |
Am 16. März 2014 wurde Paul Gruschka (FWV) als Nachfolger von Klaus Holetschek (CSU) zum Ersten Bürgermeister der Kneippstadt gewählt. Holetschek hatte das Amt von 2002 bis 2013 bekleidet. Gruschka setzte sich mit 53,32 % gegen Christiane-Maria Rapp (CSU) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,84 %.
Stadtrat |
| Partei / Liste | Wahl 2014[8] | Wahl 2008[9] | Wahl 2002[10] | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stimmenanteil | Sitze | Stimmenanteil | Sitze | Stimmenanteil | Sitze | |
| CSU | 42,10 % | 10 | 55,45 % | 14 | 59,82 % | 15 |
| SPD | 13,13 % | 3 | 13,10 % | 3 | 15,43 % | 4 |
| BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN | 13,37 % | 3 | 10,00 % | 2 | 6,96 % | 1 |
| FWV | 28,78 % | 7 | 17,37 % | 4 | 17,79 % | 4 |
| FDP | 2,63 % | 1 | 4,07 % | 1 | – | – |
| Gesamt | 100 % | 24 | 100 % | 24 | 100 % | 24 |
| Wahlbeteiligung | 52,77 % | 50,83 % | 55,43 % | |||
Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist im Stadtrat von Bad Wörishofen jedoch nur mit zwei Mandatsträgern vertreten, nachdem Stadtrat Helmut Vater die Fraktion schon kurz nach den Kommunalwahlen 2014 verlassen hatte. Er ist seither Mitglied der SPD Stadtratsfraktion.
Wappen |
Das Wappen wurde am 27. Mai 1915 durch König Ludwig III. von Bayern verliehen.
Blasonierung: „Unter silbernem, mit einem grünen Lindenzweig belegten Schildhaupt in Blau ein silberner Wellenbalken.“
Sowohl der Zeitpunkt der Wappenannahme als auch die im Wappen für das damalige Dorf zusammengeführten Elemente stehen in einem deutlichen Bezug zum naturgemäßen Heilen des Pfarrers Sebastian Kneipp. So verweist der silberne Wellenbalken neben der Lage des Ortes am Wörthbach auf die wesentlichste Gesundheitstherapie nach Kneipp, der mehr als 100 verschiedenen Wasseranwendungen. Der grüne Lindenzweig im Schildhaupt bringt die gesundheitsfördernde Phytotherapie, die Behandlung mit pflanzlichen Arzneimitteln, und die naturgemäße Ernährung und Lebensweise zum Ausdruck. Darüber hinaus kann der Lindenzweig als Hinweis auf die örtliche Lage des Ortes in waldreicher Umgebung gesehen werden. Die Feldfarben Weiß und Blau stehen im Bezug zu den Landesfarben. Bemerkenswert für das Wappen ist, dass dem vom Gemeinderat zur Wappenverleihung vorgetragenen Wunsch, die früher bei der Wasserbehandlung meist gebräuchliche Gießkanne im Wappen aufzunehmen, nicht entsprochen wurde.
Flagge |
Die Flagge ist weiß-blau gestreift mit aufgelegtem Stadtwappen.
Städtepartnerschaften |
Bad Wörishofen unterhält zwei internationale Verbindungen:
Osterreich
Villach in Kärnten, Österreich, seit 1966 („Kontakt“)
Russland
Tscheboksary, Hauptstadt der Föderationsrepublik Tschuwaschien, Russland, seit 2009 (Partnerschaft)
Kultur und Sehenswürdigkeiten |
Hauptstraße
Kloster Wörishofen
Pfarrkirche Sankt Justina
Langhaus und Chor der Pfarrkirche
Eingang zum Kurhaus von Bad Wörishofen
Im Kurpark
Kneipp-Brunnen am Denkmalplatz
Wassertretbecken an der Kneippstraße
Der Bahnhof von Bad Wörishofen
Der städtische Kurpark enthält eines der größten Rosarien Deutschlands mit über 8000 Rosenstöcken und mehr als 530 Sorten. In der Stadt gibt es zahlreiche Bauwerke, die in der Geschichte Pfarrer Kneipps eine wichtige Rolle spielen, etwa sein erstes, ursprünglich zur Unterbringung hilfesuchender Geistlicher 1889 gegründetes[11] Kurhaus Sebastianeum, erbaut 1890–1891. Dort ist heute noch sein Sprechzimmer zu besichtigen, wie es damals war. Mit der Therme Bad Wörishofen ist Bad Wörishofen das östliche Ende der Schwäbischen Bäderstraße.
Museen |
Im Kloster der Dominikanerinnen, wo Sebastian Kneipp von 1855 bis zu seinem Tod 1897 als Beichtvater wirkte, wurde das Kneippmuseum eingerichtet.[12] Weitere Museen in der Stadt sind das Allgäuer Fischmuseum, das Fliegermuseum, das Kutschenmuseum, das Puppenmuseum und das Süddeutsche Fotomuseum[13].
Kirchen |
Bestandteil der sakralen Kultur ist das Kloster der Dominikanerinnen, erbaut 1719–1721, mit Stuckarbeiten und Fresken Dominikus Zimmermanns sowie Johann Baptist Zimmermanns, ebenso wie die Pfarrkirche Sankt Justina, entstanden 1519–1520. Sebastian Kneipp wurde hier im Jahr 1936 von Johann Michael Schmitt in einem Deckenfresko abgebildet. Die evangelische Erlöserkirche mit Glasfenstern von Helmut Ammann wurde 1968 erbaut.
Im Ortsteil Untergammenried ist die Wallfahrtskirche St. Rasso sehenswert. Ebenfalls Ziel von Wallfahrten ist die Kirche Mariä Heimsuchung in Dorschhausen. In Stockheim befindet sich die barocke Kirche St. Michael mit Deckenfresko von Johann Josef Anton Huber. Die Kirche St. Martin in Schlingen wurde in den 1760er Jahren erneuert und besitzt Deckengemälde von Franz Anton Zeiler. Die Kirche St. Christophorus in Frankenhofen geht auf eine spätmittelalterliche Kapelle zurück und wurde im späten 17. Jahrhundert zu ihrer heutigen Gestalt ausgebaut. Im Gemeindegebiet stehen darüber hinaus noch weitere Kirchen und Kapellen.
Sportanlagen |
Die klimatisch begünstigte Lage in 620 bis 700 m Seehöhe sowie der Nordrand des hügeligen Allgäus schufen für Bad Wörishofen ideale Voraussetzungen für den Freizeit- und Sportbetrieb. Dazu kommt, dass der Ort für ein Heilbad einen ungewöhnlich offenen und legeren Charakter aufweist: Kurgarten, Promenade, Kurpark und gepflegte verkehrsberuhigte Bereiche gehen nahtlos über in eine anmutige Landschaft, die von weiten Wiesen und rauschenden Hochwäldern abgewechselt wird. Bei den meisten Besuchern sind das Wandern und vor allem das Radfahren sehr beliebt. Auch sonst bietet Bad Wörishofen eine umfangreiche sportliche Palette: ein Freibad, 22 Tennisplätze, das Thermalbad, ein Hallen-Eisstadion, zwei 18-Loch-Golfplätze, mehrere professionell nutzbare Fußballfelder und zahlreiche öffentliche Sportanlagen, von Basketball bis Eisstockschießen. In und bei der Stadt gibt es einen Segelflugplatz sowie den Flugplatz Bad Wörishofen-Nord für Motorflieger. Im Ortsteil Frankenhofen befindet sich ein Modellflugplatz mit Asphaltpiste. Als Ziel in der Umgebung ist etwa der Freizeitpark Allgäu Skyline Park bei Kirchdorf anzuführen. Seit 1985 wird jeweils im Frühjahr das Schachfestival Bad Wörishofen durchgeführt, ein internationales Schachturnier im Theatersaal des Kurhauses.
Baudenkmäler |
Schulen |
Die Stadt verfügt über mehrere Schulen, so die Pfarrer-Kneipp-Grund-und-Mittelschule[14] (mit Mittlere-Reife-Klassen 7 und 8 und offener Ganztagesschule), die Wirtschaftsschule Bad Wörishofen sowie die „Irmgard Seefried Sing- und Musikschule“. Die Fachoberschule Bad Wörishofen umfasst zwei Zweige, einen für Wirtschaft/Verwaltung/Recht und einen zweiten für Soziales. Für die Ausbildung des Hotelnachwuchses ist die Hotelfachschule Bad Wörishofen zuständig. Im Ort ansässig sind außerdem die Sebastian-Kneipp-Schule – hier ist die Berufsausbildung Masseur/-in und medizinische/-r Bademeister/-in oder Physiotherapeut/-in möglich – und die staatliche Berufsschule.
Gedenkstätten |
Auf einem jüdischen Grabfeld innerhalb des Städtischen Friedhofs befindet sich ein Massengrab, in dem 34 KZ-Häftlinge begraben sind, die im Frühjahr 1945 nach ihrer Haft im KZ-Außenlager Türkheim im Hospital von Wörishofen an den Folgen der Haft gestorben sind. Ein Gedenkstein erinnert an dieses Geschehen.[15][16]
Verkehrsanbindung |
Bad Wörishofen verfügt über folgende Anbindungen an den Nah- und Fernverkehr:
- Mit der Bahn: Bad Wörishofen ist über die Bahnstrecke Türkheim–Bad Wörishofen an die Bahnstrecke Buchloe–Memmingen angebunden. Es bestehen Direktverbindungen zum ICE-Halt Augsburg Hauptbahnhof sowie nach Buchloe, von wo aus direkter Anschluss nach München und Zürich besteht.
- Mit dem Auto: Autobahn A96 München – Lindau, Ausfahrt Bad Wörishofen
- Mit dem Flugzeug: Die Stadt verfügt über einen Sportflugplatz und einen Segelflugplatz, die nächsten Verkehrsflughäfen sind der Flughafen Memmingen in etwa 40 km Entfernung sowie der Flughafen München in etwa 90 km Entfernung.
Persönlichkeiten |
Söhne und Töchter der Stadt |
Gottfried Deininger (* 11. September 1898; † 20. August 1968), SPD–Politiker, 1958 bis 1966 Mitglied des Bayerischen Landtages
Franz Grasser (* 26. März 1911; † 13. November 1944), Fotograf
Franz Nuscheler (* 11. April 1938), Politikwissenschaftler
Rainer Werner Fassbinder (31. Mai 1945; † 10. Juni 1982), Filmregisseur, Schauspieler und Autor
Johannes Ring (* 3. Juni 1945), Dermatologe und Allergologe
Jeremias Schröder OSB (* 8. Dezember 1964 als Maximilian Schröder), Benediktiner und Abtpräses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien sowie Alterzabt der Erzabtei Sankt Ottilien
Katharina Viktoria Weiß (* 23. Juli 1994), Schriftstellerin und Journalistin
Persönlichkeiten, die mit Bad Wörishofen verbunden sind |
Hermann Aust (* 1853; † 1943), Förderer von Sebastian Kneipp und des Ausbaus von Bad Wörishofen zur Kurstadt
Viktor Frankl (* 1905; † 1997), Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, arbeitete 1945 in Bad Wörishofen als Arzt im Hospital for displaced Persons
Justus Frantz, Musiker und Dirigent, von 1995 bis 2009 musikalischer Träger des Festivals der Nationen in Bad Wörishofen[17][18]
Sebastian Kneipp (* 1821; † 1897), Pfarrer und Hydrotherapeut (Kneipp-Kur)[19]
Ethel Smyth (* 1858; † 1944), bedeutende englische Komponistin, einige Zeit in München wohnhaft, Kur 1889
Irmgard Seefried (* 1919; † 1988), Sopranistin, lebte von 1923 bis 1940 in Bad Wörishofen, Trägerin der Bürgermedaille in Gold der Stadt Bad Wörishofen
Gudrun Kalmbach (* 1937), Mathematikerin und frühere Professorin der Universität Ulm, wohnt seit 2002 in Bad Wörishofen
Franz „Bulle“ Roth (* 1946), Fußballspieler (FC Bayern München, Nationalmannschaft), Inhaber eines Geschäfts für Sportbekleidung in Bad Wörishofen
Bernhard Uehleke (* 1956), Arzt, begründete und leitete ab 1989 die Sebastian Kneipp Forschung in Bad Wörishofen
Ulla Salzgeber (* 1958), Dressurreiterin, bis März 2011 in Bad Wörishofen wohnhaft
Literatur |
Bad Wörishofen von oben
- Holger Schulten, Rüdiger Marquardt: Bad Wörishofen, Geschichte der Alten Mühle in Kirchdorf. WAF Institut der Privaten Wirtschaftsakademie Feldafing, Feldafing 2002, ISBN 3-9808449-1-9.
- Landkreis Unterallgäu von Aegidius Kolb (Redakteur), Band 1 und 2, 1987, ISBN 978-3980064927
- Josef Wolf, Ludwig Burghardt: Ein Bauerndorf wird Weltbad. Sebastian Kneipp und sein Wörishofen. Verlag Erwin Geyer, Bad Wörishofen 1965.
Weblinks |
- Eintrag zum Wappen von Bad Wörishofen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Bad Wörishofen: Amtliche Statistik des LfStat
Archäologische-Tour Wertachtal (PDF) Mit dem Fahrrad auf Zeitreise
Einzelnachweise |
↑ Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
↑ Stadt Bad Wörishofen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 18. August 2018
↑ ab Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7.
↑ Landkreis Unterallgäu, Mindelheim 1987, Band 1
↑ Das Wasser als Zauberformel (= Unsere Städte. Nr. 11). In: Augsburger Allgemeine, 15. April 2006.
↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 782.
↑ Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 4. März 2018
↑ Stadt Bad Wörishofen: Ergebnis Stadtratswahl 16. März 2014, abgerufen am 16. April 2014
↑ Stadt Bad Wörishofen: Ergebnis Stadtratswahl 2. März 2008
↑ Stadt Bad Wörishofen: Ergebnis Stadtratswahl 3. März 2002, abgerufen am 16. April 2014
↑ Bernhard Uehleke: Workshop „Geschichte der Naturheilverfahren“ aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des KneippÄrztebundes am 22./23. Oktober 1994 in Bad Wörishofen. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 13, 1995, S. 558–562; hier: S. 562.
↑ Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Zu Visite bei Pfarrer Kneipp, dem Wasserdoktor. (Das Kneippmuseum Bad Wörishofen) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 93–95, ISBN 978-3-7776-2511-9
↑ Bad Wörishofen: Museen & Sammlungen
↑ Eigene Schreibweise: Pfarrer-Kneipp-Grund-und Mittelschule
↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1: Ulrike Puvogel, Martin Stankowski: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 118.
↑ siehe auch Constanze Werner: KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern, Schnell und Steiner: Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-2483-1, S. 236–237.
↑ Homepage mediabiz: Musikwoche. Abgerufen am 14. November 2016.
↑ Augsburger Allgemeine: Blick hinter die Kulissen. Abgerufen am 14. November 2016.
↑ Bernhard Uehleke: Bad Wörishofen und Sebastian Kneipp vor 100 Jahren. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 14, 1996, S. 441–447.
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