Ringwall
Ringwall von Otzenhausen
Ein Ringwall ist eine ringförmige Wallanlage, die zur Verteidigung als Feldbefestigung oder Wallburg, aus religiösen Gründen und vielleicht auch als Versammlungsort erbaut worden ist.
Die Entstehungszeit dieser Anlagen erstreckt sich vom Neolithikum (Jungsteinzeit) bis herauf in das Mittelalter.
Inhaltsverzeichnis
1 Aufbau
2 Entdeckung
3 Zeitliche Einordnung
4 Bekannte Ringwälle
5 Siehe auch
6 Literatur
7 Weblinks
Aufbau |
Typische Ansicht eines Ringwalls im Tiefland heute – Von Bäumen überwachsener Wall inmitten einer Ackerlandschaft: Oldenburger Wall bei Horst
Das Charakteristische eines Ringwalls ist der Wall als fortifikatorisches Hauptelement. Er kann auf verschiedene Weise aufgebaut sein, als einfache Erdaufschüttung, als Holz-Erdekonstruktion bis hin zu einer Mauer. Ehemalige Holz-Erde-Mauern, aber auch solche aus Stein, sind heute im Gelände oftmals nur noch als vermeintlicher Erdwall zu erkennen. Meist besaß ein Ringwall einen vorgelagerten Graben; der Wall kann durch eine Palisade ergänzt werden. Oft wurden von den Erbauern mehrere konzentrische Ringwälle errichtet, wodurch eine effektivere Verteidigung gegen Angreifer möglich war. Vorgelagerte Anlagen eines Ringwalls stellen Ringabschnittswälle und Abschnittswälle dar, wie an einem Bergsporn.
Entdeckung |
Viele Ringwälle wurden im schweizerischen und niederösterreichischen Alpenvorland entdeckt, oft im Wald und häufig durch Luftbildarchäologie (Luftfotos bei flachem Sonnenstand). Profile durch die Anlagen und die Ausgrabung der Innenfläche erlauben Analysen der zeitlichen Entwicklung der Befestigung, der Keramik und des Nahrungsangebotes der Vorzeit.
Zeitliche Einordnung |
Im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert wurden Ringwälle auch von Archäologen oft pauschal als vorgeschichtlich eingestuft. Bei manchen ist die Datierung als vorgeschichtlich oder mittelalterlich allein aus der Form der Anlage schwierig, wenn keine datierbaren Funde vorliegen. Oft wurden solche Anlagen aber auch mittlerweile als mittelalterliche Burgstellen erkannt. In topographischen Karten sind sie jedoch meistens noch als „Ringwall“ eingetragen.
Bekannte Ringwälle |
Heidenmauer bei Bad Dürkheim
Ringwall Altkönig im Vordertaunus
Heidenmauer bei Bad Dürkheim
Eiringsburg bei Bad Kissingen
- Hünenburg Bielefeld
- Ringwall Heiligenberg bei Bruchhausen-Vilsen
- Ringwall in Bürgstadt
Quatmannsburg bei Cappeln
Sierhauser Schanzen bei Damme
Rödchensmauer auf der Dornburg (Oppidum)
Donnersberg in der Pfalz- Ringwall im Eurasburger Forst
Lembecksburg auf Föhr
Heidenwall Dehlthun bei Ganderkesee
Dünsberg bei Gießen
Arkeburg bei Goldenstedt
Ringwall von Groß-Raden in Mecklenburg
Grotenburg im Teutoburger Wald
Heiligenberg in Heidelberg
Holterhöfchen in Hilden
Ringwall Kapellenberg bei Hofheim am Taunus
Judenhügel bei Kleinbardorf in Unterfranken
Pöppendorfer Ringwall bei Lübeck
- Sachsenwall auf dem Marienberg bei Nordstemmen
- Mettermich
- Ringwall auf dem Tönsberg bei Oerlinghausen
Slawische Ringwall-Anlage in Oldenburg in Holstein
- Ringwall von Otzenhausen
- Ringwälle im Reitlingstal im Elm (Krimmel- und Brunkelburg)
Tinnumburg auf Sylt
Hünenburg bei Twistringen
- Ringwallanlage Schwalenburg in Willingen (Upland) Schwalefeld
Ringwälle bei Stromberg bei Bonn
Siehe auch |
- Viereckschanze
- Erdwerk
- Wallburg
- Abschnittswall
- Wikingerburg
- Schwedenschanze
Literatur |
- Arthur Dähn mit Susan Möller-Wiering, Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, ISBN 978-3-88042-850-8.